Campen in Australien: Was ist möglich?

Camping ist in Australien deutlich einfacher als bei uns in Deutschland. Zum Teil mag es an der Größe des Landes liegen, zum Teil aber auch daran, dass die Australier eine „outdoor Nation“ sind und die Leute viel öfter zum Campen fahren.

Man hat die Qual der Wahl: ein ganz „natürliches“ Erlebnis (das sogenannte wild campen), die Übergangslösung: wenigstens ein Platz mit Toilette, oder der Luxus eines Campingplatzes, obwohl hier auch wieder differenziert werden muss. (Zwischen den Campingplätzen mit Dusche und WC oder den Campingplätzen mit Internet, Strom und allem, was das Herz sonst noch begehrt.) Im Folgenden ein paar Worte und Tipps zu den genannten Optionen:

„wild campen“

Das Schlafen in der Wildnis Australiens ist ein spannendes und schönes Erlebnis. Kostenlos hat man die Möglichkeit der Natur ganz nahe zu kommen und klare Sternenhimmel weit abseits von jeglicher Zivilisation zu bestaunen. Beachtet werden sollte hierbei allerdings, dass das unbefugte Übernachten auf Privatbesitz nicht gestattet ist. Auch Müll sollte nirgendwo zurückgelassen werden. Mit etwas Glück findet man auch einen Rastplatz, auf dem man übernachten kann und dann gleichzeitig auch ein Plumpsklo zur Verfügung stehen hat. Besonders in den dünn besiedelten Gegenden Australiens bleibt manchmal nicht viel anderes übrig als sich ca. 100 Meter von der Straße entfernt hinzustellen und zu übernachten.

Wen diese Möglichkeit reizt, der sollte über den Camps 7 Führer (kann am besten vor Ort gekauft werden, ist aber auch bei Amazon oder dem Buchhändler Ihres Vertrauens erhältlich) oder die passende App nachdenken, da diese einen zu den entlegensten Orten führt und auch Auskunft darüber gibt, ob der gewählte Schlafplatz kostenpflichtig ist oder nicht.

Campen in Nationalparks

In Australien bietet sich in vielen Nationalparks die Möglichkeit in gekennzeichneten Bereichen zu übernachten. Diese Stellplätze werden mit einer Gebühr von 5-10$ berechnet. In manchen Gegenden kann der Preis auch auf bis zu 25$ steigen, so etwa am Ayers Rock. Nachgeprüft wird in den oftmals abgelegenen Gegenden selten. Der Ehrlichkeit halber sollte die Gebühr, die zur Instandhaltung des Parks genutzt wird, aber in der dafür vorgesehenen „honesty box“ (eine Art Briefkasten) bezahlt werden. Hier findet sich eigentlich immer ein Plumpsklo, fließend Wasser gibt es allerdings nicht an allen Stellplätzen und Frischwasser sollte daher mitgeführt werden. Der Natur kommt man so immer noch sehr nahe und oft teilt man sich diese Plätze auch nur mit wenigen anderen Campern.

Campen auf kleinen Campingplätzen etwas außerhalb

In Australien verfügen viele kleine Orte über eigene Campingplätze. Diese liegen oft sehr schön an kleinen Flüssen oder mit Blick auf das Meer. Hier kann man in gemütlicher und meist überschaubarer Runde die Nacht verbringen und hat eine Toilette und eine Dusche zur Verfügung. Manche dieser kleinen Plätzen sind sogar mit ihren eigenen Pools ausgestattet und stehen den großen Holiday Parks in fast nichts nach. Die Preise schwanken hier zwischen 10 und 20$ pro Person pro Nacht und liegen also immer noch deutlich unter den Hostelpreisen. Diese Plätze bieten eine gute Mischung aus Naturnähe und Zivilisation, besonders wenn man nach ein oder zwei Nächten in der freien Natur wieder das Bedürfnis nach einer warmen Dusche hat.

Campen auf Holiday Parks

Diese Variante ist die teuerste, zugleich aber auch die luxuriöseste. Wer neben einer Dusche auch eine Waschmaschine vermisst oder die E-mails abrufen möchte, der ist hier gut aufgehoben. Oft gibt es Internet, das zusätzlich zur Miete hinzugebucht werden kann und auch Strom zum Aufladen der elektronischen Geräte kann hier bekommen werden. Der deutlich höhere Preis (zwischen 20 und 35$ pro Person pro Nacht) ist aber nicht die einzige Einschränkung. Wenn man sich für einen Holiday Park entschieden hat, steht man oft dicht an dicht mit den Nachbarn. Im Vergleich zur Weite Australiens kann dies zwar beklemmend wirken, mag den ein oder anderen aber auch beruhigen, da die Geräusche eines Campingplatzes vertrauter sind als die nächtlichen Geräusche weit ab von jeder Zivilisation. Bei einem längeren Aufenthalt kann es auch durchaus sein, dass sich eine Mitgliedschaft bei Big4 oder Top Tourist Parks lohnt. Mit dieser kann man 10% pro Übernachtung sparen.

One thought on “Campen in Australien: Was ist möglich?

  1. bernd

    Liebes GlobalCampers-Team!
    Vielen Dank erst einmal für die super Infos!
    Ich habe schon seit einiger Zeit vorgehabt nach “Down Under” zu gehen um dort mindestens 8 – 10 Monate auf reisen zu gehen. Bei so einem Riesenland ist ein Camper wohl Pflicht und deshalb ist es umso nützlicher, dass ihr hier ein paar Tipps gebt, was geht und was eben auch nicht.
    Freu mich echt den Blog gefunden zu haben!
    Bernd

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