Reisebericht von der Südinsel in einem Sleepervan von EuroCampers

Andre und Juliana sind zwei Backpacker aus Deutschland, die einen EcoSleeper von EuroCampers gemietet haben. In den nächsten 2 Wochen werden Sie damit über die Südinsel Neuseelands reisen und in unserem Blog von Ihren Erlebnissen berichten.

Global Campers wünscht viel Spaß beim lesen und neidisch werden.

Ab durch die Mitte

Tag 1
Nach der Übergabe des Sleepervans und ein paar guten Reisetipps vom Chef persönlich haben wir Rolleston (Christchurch) auf der SH1 Richtung Timaru verlassen. Auf dieser Strecke überquert man die längste Brücke Neuseelands, die über den Rakaia River geht, der direkt von der Südalpen in den Pazific fließt. Weiter ging es auf der SH79 Richtung Geraldine bis hin zum Lake Opuha. Auf diesem Weg kam uns ein Pickup mit einem Warnschild “House ahead” entgegen. Kurz darauf folgte auch schon der Tieflader, beladen mit dem riesen Haus. So etwas hatten wir zumindest noch nie gesehen. Am See angekommen suchten wir uns einen Stellplatz direkt am Wasser. Wichtig ist, dass dieser kostenlose Campingplatz zwar über fließend Wasser und Toiletten verfügt, aber man trotzdem nur dort campen darf, wenn man self-contained ist. Leider wurde das Wetter zum Abend hin schlechter, aber wir haben es uns im Sleepervan gemütlich gemacht und hatten von innen einen wunderschönen Ausblick auf den See hinaus.

Tag 2
Wir verließen den Lake Opuha auf der SH8 Richtung Lake Tekapo. Je näher wir den Südalpen kamen, desto besser wurde auch das Wetter. Schon alleine die Fahrt zum Lake Tekapo hin, war ein Highlight. Endlos lange Straße, blühende Lupins am Straßenrand und schneebedeckte Berge in der Ferne. Der Lake Tekapo selbst hat eine atemberaubende Farbe, eine Mischung aus türkis und eisblau. Dort verbrachten wir den halben Tag.Lake Tekapo

Später machten wir uns zum Lake Pukaki auf, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf den Mount Cook hat. Dort fanden wir einen Stellplatz für unseren Sleepervan, wieder direkt am Wasser. Wir ließen den sonnigen Tag gemütlich in unseren Campingstühlen mit Blick auf die Alpen ausklingen. In dieser Nacht konnten wir unser Panoramadach erstmals richtig auskosten und bestaunten den strahlenden Sternenhimmel.

Tag 3
Nach einem gemütlichen Frühstück in der Sonne machten wir uns gegen Vormittag zum Mount Cook Village auf.Hooker Track Auf dem Weg dorthin entlang des SH80 sind wir aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Links die Berge mit schneebedeckten Spitzen, rechts der Lake Pukaki mit seiner unglaublichen Farbe und geradeaus der höchste Berge Neuseelands, der Mount Cook. Zu allererst besuchten wir die liebevoll gestaltet I-Site und entschieden uns den Hooker Track zu laufen. Dieser dreistündige Track führt unteranderem über drei Hängebrücken durch eine atemberaubende Landschaft und endet am Hooker Gletscher am Fußes des Mount Cooks. Am Ende angekommen ließen wir unsere Füße im Eiswasser des Gletschersees baumeln und entspannten in der Sonne. Nach einer heißen Dusche im Public Shelter machten wir uns am frühen Abend wieder auf den Weg zu unserem Stellplatz von letzter Nacht.Camping

Back to the coast

Tag 4
An diesem Morgen entschlossen wir uns über den SH8 und SH83 wieder zurück zur Ostküste zufahren, um uns die Moeraki Boulders sowie Seeerobben und Penguine anzuschauen. Auf diesem Weg fühlten wir uns durch die Landschaft des Mackenzie Districts wie in den wilden Westen zurückversetzt, da möchte man direkt aufsatteln. Moeraki BouldersDie Moeraki Boulders lassen sich am besten bei Ebbe bestaunen und sie sind wirklich kreisrund, wie Murmeln. Am späteren Nachmittag machten wir uns zum Shag Point auf, um dort nach Seerobben und Gelbaugen-Pinguinen Ausschau zu halten. Wir verbrachten den ganzen restlichen Tag dort und konnten viele Seeerobben beim Faulenzen und Schwimmen beobachten. Leider ließen sich jedoch keine Gelbaugen-Pinguine blicken.

Tag 5
Am frühen Morgen führte unser Weg uns den SH1 hinunter bis nach Dunedin. Nach einem kurzen Frühstück erkundeten wir die Stadt. Man muss dazu sagen, Dunedin ist wirklich schön. Besonders das Bahnhofsgebäude, die Kirchen und die kleinen Geschäfte.Dunedin Nach unserem Stadtbummel ging es zur Baldwin Street, die steilste Straße der Welt. Mit ungefähr 35% Steigung ist der Aufstieg auf jeden Fall etwas besonderes. Nach einer kleinen Kaffeepause an unserem Sleepervan machten wir uns am Nachmittag auf den Weg zu den Catlins hinunter, um einen zweiten Versuch zu wagen endlich Pinguin zu sehen. Am Nugget Point war es dann soweit. In der Dämmerung konnten wir sechs Gelbaugen-Pinguine beobachten, wie sie aus dem Meer an den Strand hüpften und dort ausgiebig ihr Gefieder trocknen ließen. Die Nacht verbrachten wir auf dem Hillview Campsite unweit des Nugget Points.

Tag 6
Nach einer heißen Dusche am Morgen, was auf so einer Reise auch schon mal zu einer Besonderheit wird, starteten wir unseren Trip durch die Catlins am Surat Bay auf der Suche nach Seelöwen. Diese sollten wir aber erst an der letzten Station, dem Waipapa Point, zu sehen bekommen. Auf dem Weg dahin schauten wir uns vier Wasserfälle an, die Purakaunui Falls, die Matai und die Horseshoe Falls und zu guter letzt die McLeann Falls. Unser absoluter Favourit sind die McLean Falls. Auf moosbewachsenen Steinen sausen Unmengen an Wasser über mehrere Felsstufen hinunter. McLeann FallsEine weitere Sehenswürdigkeit der Catlins ist der Fossil Forest am Curio Bay. Dort kann man zwischen den fossilen Überresten eines 170 Millionen Jahre alten Waldes spazieren gehen. Kurz vor unserer Weiterreise zum Milford Sound besuchten wir den Slope Point, welcher der südlichste Punkt des Südinsel ist. Von dort aus sind es nur noch knapp 4800km bis zum Südpol. Die Nacht verbrachten wir am Cascade Creek 40km vor dem Milford Sound.

Landeinwärts

Tag 7
Um den Touristenstrom am Milford Sound zu vermeiden, klingelte der Wecker an diesem Morgen etwas früher. Um 8:55 Uhr legte unser kleines Ausflugsboot des Mitre Peak Cruise ab. Auf der zweistündigen Tour konnten wir einige Wasserfälle, Seehunde und die steilen Felswände des Sounds bestaunen.Milford Sound Nach einem kurzen Lunch im Sleepervan, da es draußen nur so von Sandfliegen wimmelte, machten wir uns auf den Rückweg, für den wir uns deutlich mehr Zeit ließen als für den Hinweg. Wir schauten uns unter anderem den beeindruckenden Chasm an und wurden dort auf dem Parkplatz von Papageien überrascht. Am späten Nachmittag erreichten wir Queenstown, wo wir einen gutgelegenen Schlafplatz direkt am Lower Shotover River fanden. Auch dort gilt: self-contained only, was jedoch mit unseren Sleepervan kein Problem darstellte. Shotover River Freedom Camping

 

Tag 8
Nach einem heißen Kaffee und einem Sandwich fuhren wir in die Innenstadt von Queenstown. Queenstown ist wirklich schön gelegen, direkt am Lake Wakatipu und im Hintergrund die zackigen Spitzen der Remarkables. Dort schlenderten wir durch einige Geschäfte und beobachteten das An- und Ablegen der Boote im kleinen Hafen. Am Mittag entschlossen wir uns, in der Stadt des Funsports überhaupt, eine Heli White Water Rafting Combo zu buchen. Kurz danach ging es auch schon los. Wir wurden mit einem Shuttlebus zum Shotover River Base Camp gebracht und dort mit Neoprenanzügen, Rettungswesten und Helmen ausgestattet. Von dort ging es zur Helicopter Plattform. Der Flug zum Rafting Startpunkt war zwar kurz, aber dafür mit atemberaubenden Flugeinlagen bespickt. Heli RaftingDie Raftingtour dauerte insgesamt eineinhalb Stunden und führte durch mehrere Stromschnellen. Kurz vor dem Base Camp kam die coolste Stelle der gesamten Tour. Wir fuhren mit unserem Schlauchboot durch den Oxenbridge Tunnel und anschließend die stärkste Stromschnelle hinunter, eher fast wie ein kleiner Wasserfall. Nach einer heißen Dusche und einem wärmenden Cappucino fuhren wir zurück zu unserem Freedom Camping Schlafplatz direkt am Lower Shotover River zurück.

Westcoast

Tag 9 & 10
An diesen zwei Tagen stand unsere lange Reise an die Westcoast an, doch ein paar Schmankerl waren trotzdem dabei. Bevor wir jedoch über Wanaka nach Haast fuhren, nahmen wir uns noch einmal ausgiebig Zeit für Queenstown. Wir schauten uns den Kawarau River an und “the home of bungy”, der erste weltweit kommerziell betriebene Bungy-Jumping Spot. Nach einer kleinen Stärkung bei PJ’s Fish’n’Chips ging es weiter Richtung Wanaka. Dann fing es aber auch schon an zu regnen und es wollte nicht mehr aufhören. Die Flüsse wurden breiter und schneller, und am Straßenrand taten sicher überall neue Wasserfälle auf, besonders entlang des Haast-Passes. Kurz vor Mitternacht erreichten wir den Franz Josef Gletscher, wo wir uns im DOC-Campground “Otto’s MacDonald” niederließen. Am nächsten Morgen nutzten wir eine kleine Regenpause indem wir zum Franz Josef Gletscher Lookout wanderten. Leider ist der Gletscher so gefährlich, dass wir nur auf 500m Abstand heran durften. Als die Regenpause ein Ende fand, gingen wir – nass bis auf die Haut – zurück zum Auto und setzten die lange Autofahrt in Richtung Greymouth fort.Franz Josef In Greymouth zahlte sich mal wieder aus, dass wir self-contained sind, denn dort gibt es drei Stellplätze vom Greymouth District Council, an denen man kostenlos übernachten darf, wenn man eben diesen kleinen blauen Aufkleber auf der Heckscheibe kleben hat.

Tag 11
Nach einer stürmigen Nacht direkt an der Tasmanischen See und einem leckeren Frühstück mit Tee und Kuchen fuhren wir den SH6 weiter in Richtung Norden bis nach Barrytown. In diesem kleinen Örtchen an der einsamen Westcoast hatten wir uns etwas ganz besonderes vorgenommen: Knifemaking in Barrytown. Robyn und Steven gestalteten den ganzen Tag einfach wunderbar. Zu allererst wurden die Rohlinge in Form geschmiedet und nach und nach mit einem Griff aus Messing und Holz versehen. Zum Lunch konnte sich jeder seinen eigenen Sandwich nach belieben belegen und sich mit einem heißen Kaffe oder Tee aufwärmen. Danach führte uns Robyn auf ihrer kleinen Farm herum. Wir führten die winzigen Ponys aus und jeder wurde auf der riesigen Schaukel weit hoch gezogen. Danach schossen wir noch mit Pfeil und Bogen und probierten uns im Beilwerfen aus. Nach diesen kleinen Abenteuern schliffen wir unsere Messer in mehreren Schritten zu einem glänzenden Meisterwerk, auf welches wir mit einem Bier anstießen. Die Nacht verbrachten wir im Punakaiki Beach Camp unweit der berühmten Pancake Rocks.Knifemaking

 

Tag 12
An diesem Tag standen die Pancake Rocks bei uns auf dem Plan. Um 11 Uhr morgens kam die Flut und lieferte die perfekten Bedingungen für die eindrucksvollen Blowholes. Sudden Sound, Putai und Chimney Pot werden die dortigen Hauptattraktionen genannt. Am Sudden Sound kann man dem gewaltigen Getöse, der an die Felsen schlagenden Wellen lauschen. Der Chimney Pot schießt wie ein Geysir das Wasser durch die Kraft der Wellen in die Höhe. Auch noch mitten auf dem Gehweg bekamen einige unachtsame Besucher eine überraschende Dusche. Der Putai ist ein Blowhole mit beachtlicher Größe, sodass man mit etwas Glück neben den gewaltigen Wassermassen noch einen Regenbogen mit der Kamera einfangen kann. Pancake RocksNach diesem faszinierenden Naturschauspiel entschlossen wir uns noch einen kurzen Spaziergang im Bush zu machen, bevor unser Weg uns über den Arthur’s Pass langsam zurück zur Ostküste führen sollte. Am späten Nachmittag erreichten wir einen, der vielen kostenlosen DOC-Campsites entlang des Arthur’s Pass, Klondyke Corner. Dort genossen wir den Sonnenuntergang in unseren Campingstühlen und aßen entspannt unser Abendbrot.

Rückweg zur Ostküste

Tag 13
In der letzten Nacht haben wir wilde Kiwis im Wald gehört. Wir sind uns da sicher, weil wir uns später, im Visitor Center von Arthur’s Pass Village, die Laute der Neuseeländischen Vögel vorspielen ließen.Klondyke Corner Camping Nach einem Kaffee und einem Stück Kuchen, die wir regelrecht vor den Keas beschützen mussten, ging es weiter den Arthur’s Pass entlang. Auf diesem Weg hielten wir einige Male an Scienic Lookouts und bestaunten die schöne bergige Landschaft. Wir besuchten den Cave Stream und gingen in den Limestone-Felsen in Castle Hill spazieren. Durch Wind und Wetter wurde der Limestone hier mitten auf ein paar Grashügeln in lustige Formen gewaschen. Gegen Nachmittag erreichten wir schließlich Rolleston und mussten schweren Herzens unseren Sleepervan wieder zurückgeben.

Wir möchten uns auf diesem Wege bei dem Eurocampers-Team für die gute Beratung und den wirklich voll ausgestatteten self-contained Sleepervan bedanken. Vielen Dank. Es war eine tolle Reise auf der Südinsel Neuseelands.

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