Sleepervan oder HiTop Camper- Erfahrungen einer Backpackerin

Von anderen Neuseelandreisenden und in Foren hatte ich gelesen, dass die beste Art und Weise Neuseeland möglichst intensiv zu erleben ein Camper sei. Ohne Vorwissen und mit eher kleinem Geldbeutel ging es also auf die Suche. Den Luxus eines Wohnmobils mit Toilette und WC schloss ich aus preistechnischen Gründen sofort aus. Es blieben noch zwei Camper übrig, die Platz für zwei Personen (mit großen Rucksäcken!) boten:

Der Sleepervan, ein umgebautes Familienauto, in dem sich hinten statt Sitzen ein Bettgestell aus Holz befindet. Die Küche ist meistens im Kofferraum plaziert.

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Möglichkeit zwei war ein HiTop Camper. Bei diesen handelt es sich um etwas größere Autos, meist Toyota Hiace, die aber unter dem hohen Dach noch Bretter für ein drittes Bett  haben. Beide sind im Vergleich zum Wohnmobil spritsparend und lassen sich wie normale Autos fahren.

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Der Preisunterschied zwischen den beiden? In der Saison kann der schon leicht mal bei guten 50 Neuseelanddollar (pro Tag !) liegen. Der Sparfuchs in mir hat sich also ziemlich gegen den HiTop gesperrt. Aber da wusste ich auch noch nicht, was ich heute weiß. Die Erfahrungen aus dem Sleeper möchte ich gerne mit euch teilen. Einfach, damit ihr bei eurer Buchung darauf achten könnt, ich würde mich nämlich immer für einen HiTop Camper entscheiden.

Ein ganz klares Problem im Sleeper war der Platz. Angefangen beim Stauraum. Dieser ist unter dem Holzbett. Ansich kein Problem, aber bei zwei Leuten mit großen Rucksäcken (und natürlich auch dem Inhalt von zwei Rucksäcken!) wird es schon mal eng.

Stellt euch folgendes Szenario vor: Es regnet draußen in Strömen. Was ein Start in den Tag. Im Sleeper müsst ihr jetzt an ein frisches T-shirt kommen. Um an euren Rucksack zu kommen, muss aber entweder einer von euch raus, oder sich ganz klein machen, damit ihr die Klappe nach unten überhaupt öffnen könnt. Wer Yoga oder Gymnastik kann ist hier auf jeden Fall klar im Vorteil, da man teilweise schon sehr gelenkig sein muss. Nachdem ihr endlich ein T-shirt rausgefischt habt, wollt ihr gerne Frühstücken. Bisher habt ihr es geschafft, dass keiner von euch beiden raus in den Regen musste. Doch jetzt ist es so weit: Um Wasser für euren Frühstückstee oder Kaffee zu kochen, müsst ihr an die Küche. Diese befindet sich zwar im Kofferraum, aber leider so, dass ihr vom Bett aus nicht dran kommt. Ihr müsst also notgedrungen an den Kofferraum. Die Heckklappe bieten ein bisschen Schutz vor dem Regen, aber wie so oft in Neuseeland kommt der Regen eher von der Seite als von oben und euer frisches T-shirt ist schon nass. Vermutlich habt ihr euch beim T-shirt – fischen auch noch den Kopf gestoßen, weil die Decke so niedrig ist…

Ihr merkt vermutlich, worauf ich hinaus will: Bei gutem Wetter ist ein Sleeper echt eine günstige und schöne Art zu reisen. Sobald aber Regen kommt, hockt man sich ziemlich auf der Pelle. Im HiTop Camper habt ihr den Vorteil, dass ihr eure Rucksäcke auf das dritte Bett werfen könnt und so schnell an alles dran kommt. Nach oben habt ihr viel „Kopffreiheit“ und die Küche befindet sich drinnen. So haben die fiesen Sandflies keine Chance euch beim Kochen auszusaugen und auch der Regen stört euch nicht. Wenn es mal regnet, habt ihr außerdem die Mölichkeit euch aufrecht hinzusetzen und euch auch im Stehen anzuziehen. Erscheint einem im ersten Moment nicht so wichtig, aber es ist schon angenehmer beim Essen vernünftig sitzen zu können. Beim Sleeper läuft das mit 2 Personen oft auf die Fahrerkabine raus wenn das Wetter zu schlecht ist um draußen zu sitzen. Besonders für die Person, die auf dem Fahrersitz essen muss, ist es nicht immer ganz so bequem.

Mein Fazit fällt auf jeden Fall für den HiTop aus, da der „Luxus“ den dieser im Vergleich zum Sleeper bietet das Geld einfach wert ist. Besonders für Neuseeland ist auch wichtig, dass es nur eine Firma gibt, die einen Sleeper anbietet, der „self-contained“ ist (Euro Campers). Der blaue Sticker, mit dem viele, aber auch nicht alle HiTop Camper ausgestattet sind erlaubt es euch fast überall in Neuseeland kostenlos zu campen. Wenn ihr ein Fahrzeug bucht das nicht „self-contained“ ist, müsst ihr jede Nacht auf einen Campingplatz. Zu zweit haben wir immer die DOC Campingplätze aufgesucht. Dort gibt es außer Plumpsklo und manchmal einem Grill nicht viel und die Übernachtung  kostet dennoch 5 bis 6 Dollar pro Person. Jede dritte Nacht sind wir auf einen „richtigen“ Campingplatz mit Duschen gefahren. Kostenpunkt für zwei Personen und Sleeper: etwa 32 Dollar aufwärts. Wegen der Duschen fährt man vermutlich auch im HiTop etwa alle 3 Nächte auf einen Campingplatz, aber die 10 Dollar pro Nacht, die man nicht auf „low cost“ Campingplätzen investieren muss (bei uns wären es etwa  50-60 Dollar die Woche gewesen) sparen einem schon einiges.

Anna Gehrmann

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